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Salut zusammen!
Heute geht es um die Cru Bourgeois aus den Appellationen des Medoc. Denn aus diesen müssen sie kommen. Ralf probiert heute fünf Weine aus den drei Kategorien für jeweils unter 20 Euro. Der Begriff tauchte erstmals im 15. Jahrhundert auf. Bordeaux stand lange unter englischer Herrschaft. Die Weinmacher und Exporteure waren Bürgerliche. Sie wurden von den Engländern gefördert. Übrigens entstehen zu dieser Zeit auch die ersten Weinbruderschaften. Heute sind erstaunliche Qualitäten im Glas, welche durch sehr strenge Vorgaben, regelmäßige Qualitätsprüfungen und niedrige Erträge erreicht werden. Sie sind erstklassige Essensbegleiter zu einem fairen Preis. Gehobene Bistroküche ist ohne sie schwer vorstellbar, aber auch in der Haute Cuisine brauchen sich manche nicht zu verstecken. Hosianna würde der Engel Aloisius sagen.
Chateau Haut-Maurac Medoc 2019. 43,5 Wernerpunkte
Chateau du Retout Haut Medoc 2020. 44,5 Wernerpunkte
Chateau Doyac Haut Medoc 2019. 45,5 Wernerpunkte
Chateau Charmail Haut Medoc 2020. 43,5 Wernerpunkte
Chateau Le Boscq Saint-Estephe 2021. 43,5 Wernerpunkte
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In der Tat bieten viele Rotweine aus dem Medoc und auch aus weniger bekannten Appellationen im Kosmos Bordeaux ein tolles Preis-/Leistungsverhältnis. Von der 3-teiligen Klassifizierung der Cru Bourgeois halte ich aus verschiedenen Gründen nicht allzuviel. In der aktuellen 2025er-Klassifizierung sind in den 3 Kathegorien nur noch 170 Güter gelistet (in 2020 noch 250), wobei bei den von dir probierten Weinen nur noch Chateau Haut Maurac als „einfaches“ Cru Bourgeois übrig geblieben ist. Man könnte nun meinen, dass hier gegenüber 2020 qualitativ selektiert wurde, was aber tatsächlich nicht der Fall ist. Eigentlich müsste man bei der aktuellen Klassifizierung -stark überspitzt ausgedrückt- von einer „Resterampe“ und einer Koalition der „Noch Willigen“ sprechen. Die qualitativ herausragenden Chateaux wie z. B. Chasse-Spleen, Sociando Mallet, Meyney, Poujeaux, Phelan Segur, Gloria, Monbrison und Labegorce haben sich schon frühzeitig nicht mehr an dieser Klassifizierung beteiligt, da sie nicht mit anderen Chateaux in den qualitativ gleichen „Topf“ geworfen werden wollten. Andere Top-Produzenten wie z. B. Clos du Jaugueyron, Clos Manou oder Chateau le Reysse haben entweder aufgrund ihrer Grösse und/oder den anfallenden Kosten und Formalitäten von einer Klassifizierung Abstand genommen. Ausserdem gibt es immer wieder Meinungen, die die Unabhängigkeit und/oder Kompetenz der Prüfungskommission in Frage stellen. Im Grunde ist es das gleiche Trauerspiel wie bei der Klassifizierung der Chateaux in St. Emilion, die ebenfalls in zeitlichen Abständen revidiert wird.
Eine solche Liste der bürgerlichen Gewächse hat daher keinerlei Relevanz mehr. Die Anforderungen für die Betriebe sind jetzt auch nicht übertrieben hoch. Höchsterträge um die 40 hl/ha sind für gut arbeitende Chateaux kein grosses Problem. Die Anforderungen an die erforderliche Biodiversität sind selbst in der höchsten Stufe 3 (Haute Valeure Environnementale HVE) von jedem sachkundig arbeitenden Winzer ohne weiteres einzuhalten. Die HVE wird zu Recht als „bio greenwashing“ bezeichnet, da hier -weit selbst unter den Bio-Richtlinien- eigentlich alles erlaubt ist, auch das Ausbringen von chemischen Spritzmitteln (Herbizide, Fungizide, Insektizide). Kurzum: am besten diese Klassifizierung gleich aus dem Gedächtnis streichen und sich besser am Renommee des Chateau orientieren. Wenn dann noch zumindest das EU-Biosiegel oder besser noch eine Bio-Zertifizierung auf dem Etikett prangt, ist das umso besser.