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Herzlich willkommen zum 2. Teil unserer Spätburgunder-Blindverkostung bis 35 Euro!!
Wieder ein Flight mit fünf Spätburgundern, eingepackt in die gelesenen Seiten unserer regionalen Tageszeitung. Stellenanzeigen, Standesamtnachrichten und feist grinsende Gesichter wohlgenährter Politiker verwehren uns den Blick auf die Namen der Elixiere aus der größten Traube Burgunds. Aber so langsam kommen wir rein in die Blindverkostungen.
Heute wahrlich die Verkostung mit den meisten Piraten, will sagen Pinot Noirs aus nicht deutschen Landen. Horrido!
Weingut Franz Haas Pinot Nero 2023. 43,5 Wernerpunkte
Weingut Lisa Bunn Wintersheim Spätburgunder 2022. 44,5 Wernerpunkte
Weingut Devotus Aprentis of Devotus Pinot Noir 2023. 42,5 Wernerpunkte
Weingut Ata Rangi Crimson Pinot Noir 2022. 43,5 Wernerpunkte
Weingut Lisa Bunn Nierstein Spätburgunder vom Rotliegenden 2022. 44,5 Wernerpunkte
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Schöne Episode! Blindproben machen immer etwas demütig,obwohl ihr euch recht wacker geschlagen habt. Zwei Anmerkungen muss ich aber zu den neuseeländischen Pinots machen, da ich vor 2 Jahren vor Ort war und zumindest die Weine von Ata Rangi etwas kenne. Die Pinots aus Neuseeland sind nicht teurer als vergleichbare deutsche Pinots, in der Spitze sogar billiger. Dazu muss man gerechterweise die Preise ab Weingut vergleichen. Die beiden Lisa-Bunn-Pinots kosten ab Weingut jeweils 20 EURO, der 22er Crimson (Einstiegs-Pinot bei Ata Rangi) kostet ab Weingut umgerechnet 19,38 EURO. Lobenberg und Co. schlagen im Handel dann 10-15 EURO drauf–sie müssen ja vom Handel leben.
Zweitens kommen beide Weine aus Martinborough (Süden der Nordinsel),nicht aus Marlborough (Norden der Südinsel). Bitte nicht verwechseln! Das monokulturelle Marlborough steht in erster Linie für eindrucksvolle Sauvignons blancs, während die Pinots meist recht einfach gestrickt sind. Das ländliche Martinborough steht zusammen mit Central Otago ( kühler Süden der Südinsel) für Top-Pinots, die auch international keinen Vergleich scheuen müssen. Der Flagship-Pinot von Ata Rangi kostet z. B. ab Weingut weniger als 50 EURO, was im Vergleich zu deutschen Top-Pinots oder gar den „Originalen“ aus dem Burgund fast ein Schnäppchen ist.
Danke Bodo für deinen Kommentar und dein Lob. Da waren wir wohl etwas ungenau. Es stimmt natürlich, dass die Pinots eher von der Nordinsel kommen. Da waren wir wohl etwas von der richtigen Vermutung beflügelt oder die Gleitsichtbrille hat nicht richtig funktioniert. Stand ja auch auf dem Etikett.
Allerdings können wir jetzt die mit dem Vergleich ab Weingut nicht ganz zustimmen. Da wir die Weine bei uns ja nicht anders als vom Importeur bekommen können, müssen wir ja den Preis nehmen, den wir hier bezahlen. Es ist schwierig unseren Vergleich mit ab Hofpreisen in Neuseeland durchzuführen, wenn man sie nicht direkt in NZ einkaufen kann. Wir machen ja eher einen Blog für den deutschsprachigen bzw. europäischen Raum, da die meisten Videos ja auch auf Deutsch sind.
Nichtsdestotrotz waren die Weine wirklich fein. Alle fünf.
Ihr habt natürlich vollkommen Recht, dass die Spätburgunder-Ortsweine von Lisa Bunn für den deutschen Weinkonsumenten im deutschen Weinhandel naturgemäß günstiger sind als beispielsweise der Crimson von Ata Rangi. Für den neuseeländischen Weintrinker, der beide Weine im dortigen Handel beziehen will, ist das Kaufpreisverhältnis logischerweise genau umgekehrt. Bei der Nennung der jeweiligen Ab-Hof-Preise wollte ich eigentlich nur darlegen, dass der neuseeländische Winzer seinen qualitativ vergleichbaren Wein nicht teurer verkauft als die deutsche Kollegin, sogar im Gegenteil vielleicht geringfügig preiswerter ist. Im Pinot-Top-Bereich sind die „Kiwis“ aber auf jeden Fall günstiger als die deutschen oder gar die Bourgogne-Winzer.
Alles gut. Noch einen schönen Feiertag dir.
Viele Grüße