Die Geschichte des Weingutes Kleinbegann bereits am 12. August 1659, als Wolff Klein einen Weinberg erwarb und das Weingut in Hainfeld gründete. Heute ist schon die 15. Generation am Ruder. Die Geschwister Barbara und Peter Klein bauen heute auf 26 ha 16 Rebsorten an, darunter Grüner Veltliner, Goldmuskateller, Frühburgunder und Syrah. Bei den Weinen steht Authenzität im Vordergrund, was aber keinesfalls Experimentierfreudigkeit ausschließt.
Die beste Weinen kommen von den Spitzenlage Ilbesheimer Kalmit und Altenforst. Die Böden sind hier von Schiefer, Löss, Bundsandstein und Lehm geprägt. Wir haben eine sehr interessante Stichprobe des Portfolios probiert.
Nach einer einwöchigen Pause gibt es heute endlich wieder eine frische Folge Wernervino. Burkhard probiert heute einen Frühburgunder vom Centgrafenberg. Das Weingut Sturmaus Bürgstadt bewirtschaftet ca. 10 ha. Der Boden ist aus verwittertem Sandstein entstanden und hat Lehm– und Tonbeimischungen. Es ist nie zu spät für Frühburgunder.
Gregor und Ralf machen mit ihrer gemütlichen Verkostung im Garten weiter. Zunächst Chardonnay vom Weingut Kollwentz aus Großhöflein. Seit 2004 leiten Andi und Heidi Kollwentz die Geschicke des Weinguts und ihre Weine sind im Spitzenfeld zu finden. Dies gilt für Weiß, Rot und Süß. Sie beschließen dann mit einem 14er Blaufränkisch von Uwe Schiefer vom Eisenberg. Genial was ein großer Winzer auch in schwachen Jahrgängen produzieren kann.
Nordgriechisches Urlaubsfeeling kommt dann noch mit dem Malagouzia von Alpha Estate auf. Eine autochthone Rebsorte, die zum Glück vor dem Vergessen gerettet werden konnte.
Rosé der schmeckt kommt vom Weingut Bertram-Baltes. Nicht Hubba Bubba aus der Flasche, sondern ein anspruchsvoller Wein, der Lust auf gute Küche macht. Das Weingut hat einfach die Doppelpower von zwei außergewöhnlichen Winzerpersönlichkeiten. Great. Tementist ohne Frage eines der besten Weingüter für Sauvignon Blanc in der Welt, aber eben auch für Chardonnay. Der Stil ist typisch Steiermark, keine Möchtegernkopie vom Burgund, sondern echt. Er trägt Charisma in sich. Absolute Weltklasse und darum Höchstbewertung. Alex Saltaren Castro ist ein junger Kolumbianer im Rheingau. Nach der Sommelierausbildung in Buenos Aires kam der Drang selbst Wein zu produzieren. Nicht Malbec sondern good old Riesling. Also auf nach Deutschland und Weinbau in Geisenheim studieren. Aber durch deutsche Bürokratie wird das kolumbianische Abi nicht anerkannt. Also Winzerausbildung im Rheingau. Zunächst auf Schloß Vollrads, dann aber Peter Jakob Kühn. Wird übernommen und solche Leute braucht der deutsche Weinbau.
Jetzt das Original, das viele kopieren möchten, aber grandios scheitern. Ganz klassische Bourgogne aus der Lage Saint Aubin von der Domaine Louis Carillon aus Puligny-Montrachet. Sehr wuchtig, traditionell, aber einfach geil. Un dozaine d´Escargots aber keine Froschschenkel. Machen wir lieber
wieder Fröschlischlepp im nächsten Jahr.
Der Wettbewerb wurde 2004 auf Initiative von Hermann Mengler ins Leben gerufen, damals noch als „Best of Gold“. Er gilt als wichtigstes, zugleich aber auch härtestes Turnier in Franken. Das Zepter wurde mittlerweile an Ralf Schwarz übergeben. Es erfolgten einige Neuerungen: Der neue Name lautet „Best of Franken“, und es wurden zwei neue Testgruppen aufgenommen. Die jetzt elf Testgruppen wurden erweitert um Sekte und Natur- und Orange-Weine. Sicherlich eine wegweisende Entscheidung. Zum zweiten Mal fand die Veranstaltung im romantischen Iphofen, im Hotel und Weingut Zehntkeller in einem grandiosen Ambiente statt. Im Zuge des Wettbewerbes verkosteten und prämierten über 50 Fachleute die dargereichten Weine an einem Tag. Ziel ist es die elf besten Weine in Franken zu finden, wobei den Siegern die Trophäen in Form eines 250 Millionen Jahre alten Ceratit Nodosus winken.
Wir staunen jedes Jahr aufs Neue über die Perfektion und Professionalität mit der diese logistische Meisterleistung erbracht wird. Die Preisverleihung nahmen Eva Brockmann und die Fränkische Weinkönigin Antonia Kraiß zusammen mit den Weinpaten vor. Ein formidabler Abend, der dem fränkischen Wein den Rahmen bot, den er sich zweifelsohne verdient hat.
Großes Lob an das ganze Team um Ralf Schwarz, an Andreas Goepfert, an Bernd Küffner, an den Fränkischen Weinbauverband, an die Weinkönigin, die Weinprinzessinnen, die Weinprinzen und an Eva Brockmann.
Tags darauf ging es noch auf Exkursion ins Fränkische Weinland. Aber seht selbst…!
Herzlich willkommen zu einem Weißburgunder-Spezial aus Würzburg!
Wer Wernervino verfolgt, wird wissen, dass Burkhard ein besonderes Faible für diese Rebsorte hat. Fränkische Winzer sind in den letzten Jahren bei Wettbewerben mit Weißburgundern extrem erfolgreich. Leider wird nicht von allen diese großartige Leistung genug gewürdigt. Silvaner ist sicherlich die wichtigste Rebsorte in Franken, aber Weißburgunder steht, neben Chardonnay, für Wein der Zukunft in Franken, besonders bei weiter steigenden Temperaturen. Müller-Thurgau und Bacchus werden an Bedeutung verlieren und können den Staffelstab an sehr edle Nachfolger weiterreichen. Grund genug für Burkhard und den Trainee Weißburgunder aus der berühmtesten Lage Frankens, dem Würzburger Stein, zu verkosten.
Herzlich willkommen zu unserer heutigen Verkostung!
Das Weingut Holger Koch aus Vogtsburg am Kaiserstuhl ist uns besonders im Rahmen der
Gutsweinparade der Spätburgunderweine aufgefallen. Wir wollten unbedingt die großen Weine von ihm verkosten, nachdem die „Kleinen“ uns schon begeistert hatten. Beeindruckend ist diese kompromisslose Qualitätseinstellung. Da Spätburgunderklone nicht die gewünschte Qualität bringen konnten, zack bumm voilà werden sie durch Pinot Noir-Klone aus Burgund ersetzt. Seine Weinberge liegen in der wärmsten Gegend Deutschlands, dort aber in den höchsten Lagen, rund um Bickensohl. Hohe Tag- und Nachtunterschiede in der Temperatur, Anbau auf kleinen Terrassen und kühle Winde schaffen dieses Cool Climate. Seit 2015 hat er aufgrund überzogener Bürokratie die Biozertifizierung aufgegeben, arbeitet aber weiterhin biologisch, teilweise sogar biodynamisch. Die Weine werden spontan vergoren, Ausbau in Fässern mit 300 oder 500 Litern. Barriques wurden verbannt, um mehr Finesse und Klarheit zu erreichen. Alle drei Weine überzeugen mit Frische und Eleganz. Er hat Burgunder verstanden und seine formidablen Tropfen verzücken jeden Burgunderjünger. Großes Kino aus Baden.
04Herzlich willkommen zum zweiten Teil über Silvaner aus Rheinhessen!
Wir wussten bereits, dass Carsten Saalwächterhervorragende Burgunder erzeugt, aber der Mann kann auch Silvaner. Er versteht Silvaner, denn anders kann man diese Spitzenqualitäten nicht erzeugen. Sein erster Jahrgang war 2017, und zuvor zog es ihn für fast zehn Jahre hinaus in die weite Weinwelt. Nach zahlreichen Stationen in Deutschland, bei den Weingütern Stodden, Schnaitmann, Benedikt Baltes, Chat Sauvage, Friedrich Becker und Ziereisen zog es ihn ins Burgund zu Jean Chartron in Puligny Montrachet und zu Thierry Brouin, Domaine des Lambrays. Kein Hörsaal, keine staubigen Studien, sondern nur Weinwissen aus Expertenhand. Wenn dieses auf einen Weinverrückten trifft, kann Großes entstehen. Spontangärung, perfekter Holzeinsatz, langes Hefelager, große Silvaner.
Mineralik pur bei beiden Silvanern. Der Steinkante schon etwas zugängiger und der St.Laurentius kam sechs Stunden später gewaltig.
Herzlich willkommen zur heutigen Silvanerverkostung.
Wie unsere ostpreußische Großmutter schon zu sagen pflegte, auch andere Weinregionen haben schöne Töchter, äh Silvaner. Wir sind heute in Rheinhessen, dem größten deutschen Weinanbaugebiet mit einer Fläche von 1900 ha Silvanerreben. Damit auch das größte Silvaneranbaugebiet Deutschlands. Immer mehr innovative Winzer behandeln die aus Österreich stammende Rebe mit dem Respekt und der Aufmerksamkeit, die sie verdient.
Früher stand der Österreicher im Schatten des Rieslings, doch diese Zeiten gehören mehr und mehr der Vergangenheit an. Heute testen wir zweimal Göttertrank vom Weingut Bischel. Das VDP-Weingut hat eine kometenhafte Entwicklung gemacht. Mit dem Jahrgang 2018 erfolgte die Aufnahme in den VDP und 2020 kürte Eichelmann die Weißwein-Kollektion zur besten des Jahres.
Das Weingut ist biozertifiziert. Die Brüder Christian und Matthias Runkel nennen einige frühere Weinberge von Silvaner-Papst Michael Teschke ihr eigen. Sie verstehen Silvaner und versetzten sogar zwei Franken in einen Begeisterungstaumel.
Herzlich willkommen zu unserem heutigen Gemischten Doppel!
„Tauber heiß ich, Reben schwing ich. Trunken in dem Taubergrund“, Clemens von Brentano
Anfang der 50er Jahre wurden die Rebanlagen des Tauberschwarz im Taubertal gerodet. Ein Sakrileg erster Güte. Die autochthone Rebsorte galt als ausgestorben. 1959 entdeckte man im Vorbachtal die letzten 400 Rebstöcke. Heute gibt es wieder 14 ha mit der Kulttraube. Der unangefochtene Taubertalspezialist ist Jürgen Hofmannaus Röttingen. Vor einigen Jahren waren wir zu einem On-Tour bei ihm, und ein What’s Up ist überfällig.
Ralf probiert heute gereiften Chardonnay und Syrah vom Weingut Gesellmann aus Deutschkreutz. Der Blaufränkischspezialist weiß auch mit internationalen Rebsorten umzugehen. Seit 2015 ist das Weingut bio-zertifiziert und erzeugt Weine auf Weltklasseniveau.
Auf der VDP-Weinbörse in Mainz letztes Jahr machten wir die Bekanntschaft mit dem Weingut Kistenmacher & Hengerer. Hans Hengerer leitet das Weingut in Heilbronn seit 1994 und wird mittlerweile von seinem Sohn Jonathan unterstützt. Er ist Gründungsmitglied der Gruppe „Junges Schwaben“ und seit 2013 ist das Weingut VDP-Mitglied. Auf den 14 ha werden 27% Trollinger, 21% Riesling, 14% Spätburgunder, 11% Lemberger etc. angebaut. Ein Spitzenwinzer ist stets ein Tüftler, der die Qualität verbessern will und dies gilt für einen Schwäbischen Winzer im Besonderen. Auffallend ist dabei die Ertragsreduzierung sogar bei den Trauben für die „einfacheren“ Weine, ohne man die nicht ausdrucksstarke Weine produzieren kann. Die Trauben werden während ihres Wachstums halbiert und bleiben so gesund. Weitere Schlagwörter sind hier Handlese, biologischer Säureabbau und Maischegärung.