heute sind wir in Purbach im sonnigen Burgenland bei einer Winzerlegende zu Gast. Birgit Braunstein führt ihr 22 ha großes Spitzenweingut, das von der Familie bereits seit über 400 Jahren bewirtschaftet wird.
Die Rieden liegen in den Spitzenlagen am Leithaberg, wo Schiefer, Muschelkalk und kristalliner Quarz die perfekte Basis für große Weine bilden. 1999 begann sie mit der Umstellung auf biologischen Weinbau, 2009 erfolgte die Zulassung beim Demeter-Verband. Wir durften die Weine in den Rieden verkosten, was ein absolut besonderes Erlebnis war. Mit ihrem Geländewagen und per pẹdes apostolọrum kamen wir in kleine Paradiese und Kleinodien. Blumenwiesen, wie man sie seit der Kindheit nicht mehr gesehen hat, Bienenvölker, die grad am Schwärmen waren und auch Ziegen, die im Kreislauf der Reben eine wichtige Rolle spielen und auf der Weide neben der Zieselwiese standen. Einmal bekam ich von Birgit den Zuruf, ich solle Obacht geben, vor mir auf dem Weg sei eine Äskulapnatter. Die Rieden strahlen etwas Spezielles aus, an solchen Orten werden große Weine gemacht. Aber nur von WeinmacherInnen, die den Zugang zu diesem Mileu haben und gnadenlose QualitätsfanatikerInnen sind. Zum Glück ist das hier der Fall.
Was wir auf den Rieden und später in der Vinothek probieren durften, gehört zu den großen Tropfen Österreichs.
je zwei Weine von zwei Weingütern. Wir denken, dass es so objektiver ist über die Weingüter zu berichten.
Heute haben wir uns beide für zwei französische Winzer entschieden, die ihre Weine in ganz unterschiedlichen Regionen machen.
Wir beginnen mit dem Elsaß und Julien Schaal, einem ehemaligen Sommelier. 2011 ging er zusammen mit dem Weinhändler Oliver Biecher auf die Suche nach individuellen Rebgärten mit Charakter. Es sollten nur Grand-Cru Lagen erworben werden. Im Focus steht hierbei die Rieslingtraube, die nach Juliens Meinung am Besten die unterschiedlichen Böden transportiert. Die Weine werden alle spontan vergoren, was bis zu 4 Monate dauern kann. Julien Schaal hat auch eine Dependance in Südafrika. Antoine Sanzay ist einer der kometenhaften Aufsteiger in Saumur-Champigny. Er hat 1999 die Domaine übernommen. Bis dahin wurden die Trauben an eine Cooperative geliefert. Ab dem Jahrgang 2002 wurden eigene Flaschen gefüllt. In den folgenden Jahren wurde er durch bekannte Weinmacherkollegen wie Richard Desouchs, Guiberteau oder die Brüder Fourault (Clos Rougard) unterstützt. Seit 2009 arbeitet er biologisch und wie zu Zeiten seiner Großeltern. Der Ausbau der Weine erfolgt mit natürlichen Hefen im großen Holz- oder Betontank. Er schafft es auf den 11ha Tuff Weine mit ultrafeinen Gerbstoffen zu erzeugen.
Endlich hat es geklappt, Kerstin und Richard Östreicher in Sommerach zu besuchen. Vor einigen Jahren durften wir bereits ein On-Tour machen, bei dem wir die Beiden kennenlernten. Zwei Burgunderverrückte im besten Sinne. Sehr sympathisch und kunstinteressiert. Wahrscheinlich braucht es solche Menschen, um großartige Weine zu machen. Der Winzer spiegelt sich in seinem Produkt wider, und dieses braucht keinen Vergleich mit großen Franzosen zu scheuen. Hier gehört Weißburgunder zu den großen Weinen Frankens. Die Spätburgunder brillieren durch Eleganz, und der Chardonnay lässt von Meursault träumen, jedoch mit der gewissen Note Östreicher. Der Silvaner gehört mit zur fränkischen Spitze. Alle Weine werden spontanvergoren und durchgegoren ausgebaut. Vielen Dank an Euch beide für das Vergnügen, die Weine vom Fass probieren zu dürfen. Sie versprechen wirklich großes Kino.
wir starten heute mit einem Riesling vom Weingut Eberleaus Burrweiler. Die Weine
vom Familienweingut aus der Pfalz werden zum Teil auch spontan vergoren. Man
kann auf den Tipp gespannt sein.
Beide Cabernet Francs heute kommen aus dem Gebiet Saumur Champigny an der Loire. Das Weinbaugebiet liegt zwischen Saumur und Montsoreau und umfasst 1500 ha. Der erste kommt von der Domaine de Nerleux, was „Schwarzer Wolf“ bedeutet. Die Weinmacherin Amélie Neau hat zuvor 10 Jahre als Bankerin gearbeitet, bevor sie beschloß das elterliche Weingut zu übernehmen. Das Weingut hat 30 ha Rebfläche mitChenin Blanc und Cabernet Franc. Die Rebstöcke sind 60 Jahre alt, der Wein Bio und Sponti.
Der zweite Pfälzer Riesling kommt aus Neustadt an der Weinstraße vom Weingut Schäfer. Der Haardter Herzog stammt aus der Premiumlinie „Limit.“ 2020 ist das Weingut dem Verband Bioland beigetreten. Im Sortenspiegel steht der Riesling ganz oben.
Paul Fillatreau übernahm 1967 das Weingutvon seinem Vater und erweiterte es von damals 8 ha auf heute 40 ha. Die Reben sind bis zu 110 Jahre alt und das Weingut wird heute biodynamisch bewirtschaftet. Auf dem kalkhaltigen Tuffeau werden zu 90% Cabernet Franc Reben angebaut, die unheimlich leichte, frische, feine und saftige Rotweine ergeben.
Viel Spaß und Schoppen nicht vergessen.
Weingut EberleBurrweiler Schäwer Riesling 2021. 38 Wernerpunkte Domaine de NerleuxClos des Chataines Cabernet Franc 2021. 40 Wernerpunkte Weingut SchäferLimit Haardter Herzog Riesling 2016. 43,5 Wernerpunkte Domaine FillatreauVieilles Vignes Cabernet Franc 2017. 44 Wernerpunkte
heute gibt es uns etwas später als sonst, dafür haben wir einige Hochkaräter in der Verkostung. Wir testen vier Weine von Philipp Kuhn aus der Pfalz. Weine und Winzer haben wir so richtig bei unserem On-Tour vor einigen Jahren kennen gelernt. Philipp hat das Weingut 1992 im Alter von 20 Jahren übernommen.
Es folgte ein kometenhafter Aufstieg und eine gigantische qualitative Entwicklung in der Qualität der Weine. Heute gehört das Weingut in die Riege der deutschen Weltklasseweingüter.
Auf den 32 ha werden zu 60% Weißweine und 40% Rotweine erzeugt. Sämtliche Rotweine werden in Holzfässern ausgebaut, wobei die Topweine bis zu 20 Monate in Barriques lagern. Im Vordergrund steht hier der Spätburgunder, von dem wir heute ein gereiftes Steinbuckel Pinot Noir GG probieren.
Im Anbau befinden sich aber auch andere Sorten, von denen man manche gar nicht in der Pfalz vermuten würde. Der Cabernet Franc zeigt, welches Potential in dieser Rebsorte in Deutschland steckt. Eine Sorte, die auch für Franken sehr interessant sein dürfte, wenn man Loire und Franken mit ihren Terroirs vergleicht. Ein Exot ist sicherlich der Sangiovese, der nur in herausragenden Jahren erzeugt wird.
Beim Weißwein spielt sicherlich Riesling die wichtigste Rolle, aber es werden auch geniale Weißburgunder erzeugt. Außerdem hat sich unser Weißburgunderspezialist Burkhard so für den Pinot Blanc aus dem Kirschgarten eingesetzt, daß das GG einfach verkostet werden mußte. Geniale Entscheidung.
Viel Spaß und Schoppen nicht vergessen. In der Palz sind das 0,5 Liter, was eh gescheit ist.
Philipp KuhnKirschgarten Pinot Blanc GG 2020. 48 Wernerpunkte Philipp KuhnSteinbuckel Pinot Noir GG 2012. 46 Wernerpunkte Philipp KuhnCabernet Franc Reserve 2018. 46 Wernerpunkte Philipp KuhnSangiovese Reserve 2018. 46 Wernerpunkte
heute startet Burkhard mit einem Mosel. Genauer gesagt einem GG aus der (Trittenheimer) Apotheke, vom Weingut Grans-Fassian. Das Weingut ist eine Erfolgsgeschichte von der Mosel. Gerhard Grans übernahm das Weingut 1982, erweiterte die Fläche auf heute 13 Hektar und begann mit der Selbstvermarktung. Seit 2018 hat Tochter Catherina Grans die Leitung übernommen. Mosel schiefert.
Der zweite Wein heute kommt aus der Region Carnuntum, die sich westlich von Wien bis an die Grenze zur Slowakei erstreckt. Steinige schwere Böden, mit Löss und Lehm, Schotter und Sand sind ideal für Rotweine. Das pannonische Klima mit seinen heißen Sommern und kalten Wintern, der nahe Neusiedlersee und die Donau lassen die Trauben ausreifen. Die Brüder Lukas und Johann bringen dies grandios auf die Flasche.
Manchmal muss es Napa Valley sein. Speziell wenn man den Film „Bottle Shock“ im Hinterkopf hat. Ein Cab im Sommer. Es gibt Schlimmeres. Robert Mondavi gilt als einer der großen Wegbereiter des kalifornischen Weinbaus, nicht zuletzt durch den Opus One. Den gibt es heute aber nicht, sondern ein schöner gereifter Cabernet Sauvignon.
„Making good wine is a skill, but fine wine is an art.“
Den Beschluß bildet heute ein Blaufränkisch aus dem Mittelburgenland. Blaufränkisch Selektion von mindestens 30-jährigen Rebstöcken aus den Toplagen Hochäcker und Dürrau. Gereift im kleinen Eichenfass. Der Weinmacher ist Michael Lehrner, ein ganz großes Winzertalent.
Herzlich willkommen zu „Best of Gold 2023 auf der Steinburg in Würzburg.“
zum 20jährigen Jubiläum des wichtigsten Weinwettbewerbes in Franken waren 50 Jurioren eingeladen.
Einer davon war Wernervino. Die Voraussetzung für die Wettbewerbsteilnahme eines Weines ist entweder der Gewinn der Goldmedaille bei der Fränkischen Weinprämierung oder im Vorfeld das Bestehen einer sensorischen Prüfung, die ihn einer Goldmedaille für würdig befindet. Es wurden in den zehn Gruppen insgesamt 350 Weine probiert und 11 Sieger ermittelt, die den begehrten Ceratit nodosus mit nach Hause nehmen konnten. Es ist der einzige Weinwettbewerb in Deutschland, bei dem am Morgen und frühen Nachmittag verkostet wird, und am Abend bereits die Siegerehrung stattfindet. Da sind wir Franken sehr behände.
Am nächsten Tag folgte eine Exkursion zu den beiden Weingütern „2Naturkinder“ in Kitzingen und Zehntkeller in Iphofen. Davon einige Bilder, Details wird es in Verkostungen bei uns geben.
Wir danken dem Präsidenten des Fränkischen Weinbauverbandes, Artur Steinmann und Andreas Göpfert mit seinem Team und natürlich den Fränkischen Weinprinzessinnen mit ihrer Weinkönigin Eva Brockmann, sowie der charmanten Moderatorin und ehemaligen Deutschen Weinprinzessin, Klara Zehnder. Eine fulminante Präsentation des Weinbaus in Franken. Uns hat es Spaß gemacht und es würde uns freuen auch im nächsten Jahr wieder dabei zu sein.
Der Wettbewerb ist stark verbunden mit Hermann Mengler, auch bekannt als „Doc Sylvaner.“ In diesem Jahr geht er in den wohlverdienten Ruhestand und wird sicherlich stark vermisst werden. Nicht nur als Initiator des Wettbewerbes, sondern als Wegbereiter des Qualitätssprungs des fränkischen Weines. So war 2003 ein sehr schwieriger Jahrgang mit heißem Wetter und hohen Alkoholgraden, welche die Sylvaner etwas plump schmecken ließ. Dies war auslösendes Moment für Hermann Mengler eine Qualitätrevolution im Fränkischen Weinbau, sowie den Wettbewerb zu initiieren. Seitdem hat sich der Stil der fränkischen Paradesorte extrem gewandelt. Tannin, Fermentation und Mazeration heißen die Zauberwörter.
Hermann Menglers eigentliche Berufsbezeichnung ist „Leiter der Fachberatung Kellerwirtschaft und Kellertechnik im Bezirk Unterfranken.“ Wir von Wernervino wünschen alles Gute und bedanken uns dafür, aufgrund Ihrer Arbeit, so viele fränkische Spitzenweine hier vorstellen zu dürfen.
Viel Spaß und den Schoppen dabei nicht vergessen.
wir beginnen heute mit Silvaner aus Randersacker vom Weingut Schenk. Hier haben wir unser erstes On-Tour gedreht und konnten die Entwicklung der Weine von Thomas über die Jahre verfolgen. Das Bio-Weingut ist mittlerweile Naturland zertifiziert und hat seine eigene Qualitätspyramide entwickelt, Handlich, Handwerk und Handverlesen heißen die Stufen.
Das Weingut ist Mitglied der Gruppe Ethos und das Wichtigste: Thomas bringt hervorragende Weine auf die Flasche.
Aus Höbenbach im Kremstal kommt der Riesling vom Winzerhof Dockner. Ähnlich wie in den benachbarten Weinregionen Wachau und Kamptal kommt auch im Kremstal das klimatische Spannungsfeld bestehend aus dem Zusammentreffen von kühlen, feuchten Einflüssen aus dem Waldviertel und warmen, trockenen aus der pannonischen Tiefebene, zur Geltung. Vater und Sohn erzeugen auf ihrem relativ großen Weingut Weiß- und Rotweine von erstklassiger Qualität.
Der Spätburgunder vom Weingut der Stadt Klingenberg (heute: Weingut Steintal) wurde noch von Benedikt Balthes gemacht. Als Mann von der Ahr konnte er dem fränkischen Spätburgunder noch besondere, burgundische Eleganz einhauchen, bevor er und seine Frau Julia in die alte Heimat zurückkehrten.
Leider wurde ihr Weingut dort sehr stark vom Hochwasser getroffen. Wir wünschen beiden Weinmachern viel Glück und große Jahrgänge. Es wird Zeit für eine Reise an die Ahr.
Das Weinviertel ist die größte Weinbauregion Österreichs und hier gibt der Grüne Veltliner den Ton an. Beim Weingut Schneider in Röschitz sind 80% der Rebfläche mit Grünem Veltliner bestockt.
Der Wein von Astrid und Gerald Schneider zeigt, wie gut Weine aus dem Weinviertel reifen können und an Klasse noch dazugewinnen.
heute gibt es einen Tafelspitz etwas anders kombiniert. Tafelspitz liebt nämlich Spargel und dazu ein Schnittlauchsößchen. Beim Tafelspitz handelt es sich um den hinteren Teil der Rinderhüfte. Sowohl in Österreich, wie auch in Franken ein Traditionsgericht.
In Wien mit Röstkartoffeln, Spinat, Schnittlauchsoße, Semmelkren ein Gedicht. In Franken als Hochzeitsessen in Krensauce mit Bandnudeln als Beilage. Heute haben wir kombiniert und ein österreichisch-fränkisches Gericht daraus gemacht. Der Wein dazu kommt aus Franken, genauer gesagt aus Escherndorf vom Weingut Egon Schäffer. Der S7lvaner ist ein 2015 Untereisenheim Silvaner VDP.Ortswein trocken, der für sieben Jahre im großen Holzfaß lag und dem immer wieder frische Hefe zugegeben wurde. Ein immer noch sehr frischer, spontanvergorener Wein, der ganz andere Geschmackskomponenten enthält.
Da wir ja endlich Sommer haben, ein provenzalisches Gericht mit dem dazu passenden Wein aus der Provence. Der Name Daube kommt aus dem Altfranzösischen und bedeutet soviel wie schmoren. Rind wird in Rotwein mit Oliven, Karotten, Zwiebeln, Gewürzen und Orangenschale mariniert und am nächsten Tag ganz langsam geschmort. Man bekommt Lust auf Süden. Die Cuvée Prestige Olivier kommt vom Weingut Clos Cibonnebesteht aus 60% Syrah, 25% Tibouren und 15% Grenache. Das Weingut ist besonders für seine aussergewöhnlichen Rosés berühmt.
Dieser Rote ist jedoch ganz außergewöhnlich.
Viel Spaß und Wein nicht vergessen.
Weingut SchäfferS7lvaner Untereisenheimer Silvaner 2015. 44 Wernerpunkte Clos CibonneCuvée Prestige Olivier Cotes de Provence Cru Classe 2019. 46 Wernerpunkte
heute verkosten wir die Weine von Robert Payr aus dem Weinbaugebiet Carnuntum. Hier wurde schon von den Kelten Weinbau betrieben, bevor die Römer kamen. Das pannonische Klima, mit seinen heißen Sommern und kalten Wintern, die Donaunähe und der Neusiedler See lassen die roten Trauben voll ausreifen. aber auch die weißen Trauben liefern Weine herausragender Qualität. Das Weingut Payr wird in vierter Generation von Robert Payr geführt.
Das Bioweingut baut auf seinen 12 Hektar Rebfläche 75% rote und 25% weiße Trauben an. Robert Payr verbindet traditionelles Handwerk mit zeitgeistigem Engagement und entwickelt Weine, deren Geschmack auf den Erfahrungen und der Leidenschaft von nunmehr fünf starken Winzerpersönlichkeiten gründet.
Uns haben nicht nur die Roten überzeugt, sondern auch die Weißen. Ein Weingut, welches auf unserer On-Tour Liste steht.